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Kolping-Orange trifft auf Schwarz, Grün und Rot

Knapp 150 Leute waren Ende September in das Münchner Ausbildungshotel St Theresia gekommen, um sich in einem politischen Gespräch über die Partei-Positionen vor der Landtagswahl zu informieren. Thematisch drehte sich die Veranstaltung des Kolping-Bildungswerkes um die Situation junger Menschen in Bildung und Ausbildung.

Gut gefüllt war der Saal, als die „WählBar“ des Kolping-Bildungswerkes München und Oberbayern e.V. am Donnerstag, den 20. September losging. Knapp 150 Menschen wollten sich die Diskussion der Parteien anhören und dabei auch selbst ihre eigenen Fragen vorbringen. Für die SPD war Landtagsabgeordneter Martin Güll gekommen, für die Grünen die Bundestagsabgeordnete Margarete Bause und für die CSU die Landtagskandidatin Tina Pickert, die Mechthilde Wittmann vertrat, die leider kurzfristig absagen musste.

Basisdemokratie am Mikrofon

Etwa zwei Stunden diskutierten die Politiker und stellten sich den Fragen des Publikums, das ganz basisdemokratisch selbst ans Mikrofon treten oder im Vorfeld Fragen einreichen konnte. So wurden die wichtigen Themen „Wohnen“, „Ausbildung“ und „Integration“ besprochen – genau die, mit denen die Mitarbeiter von Kolping tagtäglich in Ihrer Jugendhilfe zu tun haben. Deshalb wurde jeder der drei Themenblöcke auch immer von einem Mitarbeiter des Kolping-Bildungswerkes eingeleitet, indem diese aus ihrer Arbeitspraxis berichteten.

Tina Pickert teilte beispielsweise mit, dass sie sich dafür einsetzen wolle, dass am Olympiapark ein Gebäudekomplex mit 5000 Wohnungen gebaut werde, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Martin Güll forderte, dass junge Menschen bereits sehr früh auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden müssten, damit unterm Strich jeder die gleichen Bildungschancen habe. Beim Thema Integration hielt es Margarete Bause für wichtig, dass mehr Begegnungsmöglichkeiten geschaffen würden, damit sich Menschen unterschiedlicher Herkunft besser kennenlernen könnten.

Sachlich und fair

Das Thema „Integration“ war es auch, bei dem das Gespräch am hitzigsten wurde als die Meinungen von CSU, SPD und Grünen aufeinanderprallten und ein anwesender Geflüchteter erzählte wie schwer ihn manche rechtskonservative Aussage einiger Politiker persönlich treffe. Trotzdem blieben die Wortbeiträge sachlich und fair – auch dank Martin Kroll, der die Veranstaltung souverän moderierte.

Die Organisatoren waren erfreut, dass die Besucher so zahlreich gekommen waren und auch Vertreter von anderen Bildungseinrichtungen, von der Handwerkskammer und von der Stadt München an der Veranstaltung teilgenommen hatten.

Abschließend rief der Diözesanpräses Msgr Christoph Huber die Politiker dazu auf an den eigenen Vorstellungen, Idealen und Meinungen festzuhalten. Sie sollten sich keiner falschen Ideologie hingeben, sondern daran glauben, dass die eigene Arbeit etwas Gutes und Sinnvolles sei. Denn wo kein Glaube mehr ist, da fange die Ideologie an.

 

Simon Vornberger, Referent für Öffentlichkeitsarbeit

24.09.2018
Fotos: Simon Vornberger / Kolping München