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Arbeit und menschliche Würde untrennbar verbunden

Der Verband der Kolping-Bildungsunternehmen Deutschland e.V. hatte in Kooperation mit dem Kolpingwerk Deutschland und dem der Verband der Kolpinghäuser zu einem Parlamentarischen Abend zum Thema „Sozialer Arbeitsmarkt – damit Integration gelingt“ eingeladen. Vom Kolping-Bildungswerk München und Oberbayern e.V. war Vorstandsmitglied Kathrin Raps nach Berlin gereist.

Der Vorsitzende des Verbandes der Kolping-Bildungsunternehmen, Werner Sondermann konnte in der Parlamentarischen Gesellschaft, die schon zum zweiten Mal einen perfekten Rahmen bot - außerdem erfreulich viele Abgeordnete der Bundestagsfraktionen der CDU/CSU, der SPD, der FDP und des Bündnis 90/Die Grünen sowie weitere Gäste und Verantwortliche aus den einladenden Organisationen begrüßen.

Schirmherr der Veranstaltung war der Sprecher der Arbeitnehmergruppe in der CDU/CSU Fraktion Uwe Schummer MdB, der in seinem Grußwort die Bedeutung der Arbeit für eine gelungene Integration in die Gemeinschaft und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben betonte. „Der Staat ist in der Pflicht dafür Sorge zu tragen, dass geeignete Maßnahmen und ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, damit die gewollte Inklusion realisiert und gelebt werden kann“ so Schummer.

Für den kurzfristig erkrankten Prof. Dr. Stefan Sell hatte spontan der Abgeordnete Peter Weiß MdB, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU Bundestagsfraktion die Aufgabe übernommen, die gesetzlichen Vorhaben zum geplanten Sozialen Arbeitsmarkt zu erläutern. Er betonte insbesondere, dass eine Integration von Langzeitarbeitslosen – deren Zahl in den letzten Jahren nicht in dem gewünschten Maß gesunken ist – nur gelingen kann, wenn ein qualifiziertes Coaching durch erfahrene Bildungsunternehmen organisiert wird und dafür auch die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. „Nur mit Eingliederungszuschüssen an potentielle Arbeitgeber geht es nicht“ sagte Weiß. Darüber hinaus hält er auch die Schaffung von Inklusionsfirmen für Langzeitarbeitslose mit hohem Förderbedarf für zwingend notwendig.

Dem an der Augsburger Universität lehrenden Prof. Dr. Thomas Schwartz fiel es zu, die  theologische und philosophische Bedeutung von Arbeit in der heutigen Welt zu erläutern. „Heute wird Arbeit als eine der zentralen Dimensionen für ein gelingendes und würdevolles Leben angesehen“ stellte Schwartz zunächst fest um dann auf die Veränderungen in der Bewertung im Laufe der Geschichte einzugehen. In seinem Fazit erklärt Schwartz, dass die Schaffung eines geeigneten Instrumentes zur Integration von Langzeitarbeitslosen aus theologischer und philosophischer Sicht sowie aus dem Postulat des Grundgesetzes heraus eine zwingende Pflicht des Staates ist. „Sozialer Arbeitsmarkt meint: daran zu arbeiten, dass Langzeitarbeitslose wieder in die Lage versetzt werden, in ihrer Existenz Sinn und Würde zu finden“ so Schwartz.

Die anschließende interessante Talkrunde mit etlichen Gästebeiträgen drohte aufgrund der spannenden Diskussion den Zeitplan zu sprengen. Aber dann konnte doch noch der Übergang zum „Programmpunkt Speis und Trank“ gefunden und der weitere Abend bei intensiven Gesprächen genossen werden. „Sehr gelungen“ war ein häufig gehörter Kommentar von vielen der etwa fünfzig Gäste des Abends.

03.10.2018
Prof. Dr. Thomas Schwartz zog die Zuhörer mit seinem sehr fundierten aber kurzweiligen Vortrag in seinen Bann. (Fotos: Axel Möller / KBU)