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Weite spüren

Für die Aktion "Raumgefühl" war eine Gruppe der BvB Maßnahme in der Münchner Kirche St. Michael. Dabei ging es nicht primär um den Aspekt des Glaubens sondern auch um das Bauwerk, das nach dem Petersdom in Rom (27m) das zweitgrößte Tonnengewölbe der Welt hat.

Eigentlich ist die Kirche St. Michael bekannt für die Fürstengruft von König Ludwig II und Otto I oder lädt zum Verweilen als Ort der Stille im Shopping-Trubel der Münchner Fußgängerzone ein. In der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme Kolping wurde das Projekt Raumgefühl inszeniert, dabei sollten die Teilnehmer auf der einen Seite die Weite des sakralen Innenraums spüren. Auf der anderen Seite sollte die Kirche als offener Kulturraum fungieren, in dem man fremde religiöse Sichtweisen kennenlernt und den Bezug zur eigenen Religion herstellt.

Die Kirche als drei Ebenen erleben - in der Gruft die begrabenen bayerische Könige Ludwig II und Otto I – im Kircheninnerraum zum einen das Spirituelle und zum anderen die Weite des riesigen Tonnengewölbes- und über dem Gewölbe – das sakrale Bauwerk und der Blick über die Münchener Altstadt. Dabei wurde das Projekt vom Kirchenseelsorger Pater Lauterbach begleitet, der seine Kirche als offenen Kulturraum präsentierte.

Anfangs stiegen die Jugendlichen hinab in die Königsgruft der Wittelsbacher und besichtigten die Gruften des Hochadels der Wittelsbacher und erfuhren auch etwas über die Geschichte Bayerns. Dann folgte das „Raumgefühl“, die Teilnehmer bekamen die Chance, sich auf eine große Freifläche zwischen Kirchen- und Hochaltar, mit Isomatte zu legen. Auf diese Weise sollten sie die Weite des hohen Kirchengewölbes erspüren, dass das größte Tonnengewölbe nördlich der Alpen ist.

Im Anschluss konnten sie sich in einer kurzen Gesprächsrunde untereinander austauschen und Eindrücke verarbeiten. Als dritte Ebene ging es über viele Stufen empor aufs Gewölbe. Dabei konnten sie die Kirche als sakrales Bauwerk erfahren, aus was das Gewölbe gebaut und der Dachstuhl konstruiert wurde. Hoch über der Gewölbekonstruktion befindet sich ein Tor zum Lastenaufzug, das für die Gäste aufgeschoben wurde, es eröffnete sich ein atemberaubender Blick über München.

Der Besuch endete in einer kurzen Abschlussrunde, in der die Jugendlichen ihre Eindrücke besprachen und reflektierten.

Mein Dank geht an den Pater Heiner Lautenbacher, der die Aktion ermöglichte und auch begleitete.



Susan Hotter, Sozialpädagogin

10.09.2019
Fotos: Kolping München