Suche

Kolpingstunde berichtet über "Projekt Neustart"

Kein Schulabschluss bedeutet in der Regel auch keine Ausbildung. An der Adolf-Kolping-Berufsschule können betroffene Jugendliche in der Neustart-Klasse den Abschluss nachholen. Das Münchner Kirchenradio hat sich mit den zuständigen Lehrern und Sozialpädagogen unterhalten.

Heiko Lange koordiniert an der Adolf-Kolping Berufsschule in München den Neustart von zehn jungen Frauen und Männern im Auftrag des Kolping-Bildungswerkes München und Oberbayern. Der Sozialpädagoge ist optimistisch: Bei früheren Projekten dieser Art hätten rund die Hälfte der Teilnehmer den Weg in Brot und Arbeit geschafft. Das sei auch bei der Neustart-Klasse durchaus möglich, erklärt Lange in der Kolpingstunde.

Ob der Neustart gelingt, wird auch wesentlich vom weiteren Verlauf des Lockdowns abhängen, betont Sven Völlings, der die Klasse als Lehrer betreut. Der Sonderpädagoge sorgt dafür, dass der Kontakt zu den Jugendlichen im Lockdown zumindest nicht abreißt. Wichtig wäre eine enge Begleitung der Schüler, die sei momentan aber nicht möglich. Das bereitet ihm Sorgen: Wer früher depressiv war, könne es nun wieder werden, wer von den Drogen losgekommen war, könne jetzt wieder welche konsumieren. Sven Völlings und Heiko Lange setzen deshalb ihre ganze Hoffnung auf den Frühling: dann könne man neben der Rückkehr zum Präsenzunterricht auch Praktika für die Neustart-Schüler organisieren. Beim Reinschnuppern in einen Betrieb habe schon so mancher Berufsschüler einen Ausbildungsvertrag unter Dach und Fach gebracht. Ob das in Pandemiezeiten wieder gelingt, kann zum jetzigen Zeitpunkt aber niemand sagen. Geduld ist gefragt, auch beim Neustart-Projekt der Adolf-Kolping-Berufsschule.

 

Paul Hasel, Münchner Kirchenradio

08.02.2021
© Adobe_Stock_Ingo Bartussek (SMB)