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Ausstellung über jüdisches Leben in Deutschland

Die Kolping Bildungsagentur München zeigt in ihren Räumlichkeiten die Wanderausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ der Zeitbild Stiftung. Zahlreiche Plakate vermitteln anschaulich und vielfältig, wie jüdische Menschen heute in Deutschland leben.

„Alle Juden sind reich“, „Juden zahlen keine Steuern“, „Juden bestimmen über die Politik“: Antisemitische Verschwörungserzählungen, Klischees und Vorurteile sind alt – und dennoch leider immer noch erschreckend aktuell. Sprüche wie diese werden immer wieder von Schüler*innen im Sozialkundeunterricht reproduziert. Umso wichtiger ist es, junge Menschen mit politischer Bildung gegen Falschinformationen zu immunisieren. Einen Beitrag hierzu leistet die Ausstellung im Rahmen des bundesweiten Bildungsprojekts „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, das vom Bundesinnenministerium gefördert wird.

Zur Eröffnung führten Schüler*innen der BIJ-Klassen (Berufsintegrationsjahr) Teilnehmende der BvB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme) durch die Ausstellung und erklärten dabei einige Plakate.

Zu sehen sind Fotos und Zitate mit Texten zu verschiedenen Persönlichkeiten, darunter die Politikerin Marina Weisband, die Fernsehmoderatorin Susan Sideropoulos und der Deutsch Rapper Ben Salomo. Außerdem bietet die Ausstellung einen historischen Überblick über das Leben von jüdischen Menschen in Deutschland und gibt Tipps gegen Antisemitismus. Eine Besonderheit: Per Augmented-Reality-Technik können Besucher*innen Plakate mit ihrem Smartphone abfotografieren und erhalten so zusätzliche digitale Informationen. 

Die Teilnehmenden wurden in der Kolping Bildungsagentur durch Exkursionen über jüdisches Leben in München sowie im Unterricht inhaltlich auf die Ausstellung vorbereitet.

Die Ausstellung ist noch bis 30. Juni 2022 im 1. und 2. Stock zu sehen.

Eine BIJ-Klasse an der Kolping Bildungsagentur in München sprach 2018 mit dem Zeitzeugen Ernst Grube, der als Sohn einer jüdischen Mutter von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Hier geht´s zum Artikel.

 

Autor: Till Dziallas

03.06.2022
Die Plakate räumen mit Vorurteilen auf (Foto: privat)
Wanderausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ (Foto: privat)