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Garantiert! Junge Menschen brauchen Perspektive

Landtagsabgeordnete und Stadträte der SPD, der Grünen und der CSU stellten sich bei der Kolping-Aktion zum Josefstag den brennenden Zukunftsfragen junger Menschen.

Alljährlich machen Einrichtungen der Jugendsozialarbeit unter katholischer Trägerschaft mit verschiedenen Aktionen rund um den Josefstag auf ihre gesellschaftsprägende Arbeit mit jungen Menschen aufmerksam. Dieses Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Garantiert! Junge Menschen brauchen Perspektive“.

So stellten sich am 15. März auf Einladung des Kolping-Bildungswerks München und Oberbayern die Landtagsabgeordneten Gülseren Demirel (Grüne) und Matthias Enghuber (CSU), sowie die Münchner Stadträtin Simone Burger (SPD) im Jugendwohnheim an der Entenbachstraße den Fragen von gut 30 Auszubildenden.

Nach dem Grußwort von Vorständin Kathrin Raps führte Jugendbildungsreferent Matthias Antonin als Moderator durch den Abend. Zum Auftakt ging es um die Frage nach bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende in der Isarmetropole München. Burger und Demirel stellten mit dem Azubiwerk ein bereits laufendes Projekt vor, in dem schon jetzt bezahlbare Wohnheimplätze für Auszubildende und Studierende geschaffen werden – ein Beispiel ist der Wohnkomplex Live+Learn am Innsbrucker Ring, den die Stadt gemeinsam mit dem Kolping-Bildungswerk betreibt. Enghuber als Vertreter der CSU und Landesregierung verwies auf die Gründung staatlicher Wohnungsbaugesellschaften wie der Bayernheim.

Konkrete Konzepte für ein angemessenes Vergütungsmodell für Auszubildende, dem nächsten Streitpunkt des Abends, blieben die drei Vertreterinnen der größten Parteien Deutschlands hingegen schuldig. Das noch für dieses Jahr geplante Azubi-Ticket für 29 Euro und verbesserter Kündigungsschutz sollen Auszubildende künftig aber zumindest geringfügig entlasten.

Politikbegeisterte Generation Z

Neben beruflichen Perspektiven fordern Jugendliche auch mehr politische Teilhabe. Mit der Kampagne "Wahl ab 16" setzt sich das Kolpingwerk Bayern aktiv für die Herabsenkung des Wahlalters auf kommunaler Ebene ein. Das Volksbegehren „Vote16“ geht sogar einen Schritt weiter und fordert das Wahlrecht ab 16 auch bei Landtagswahlen in Bayern – bereits gängige Praxis in vielen Bundesländern. Während SPD und Grüne klare Befürworter sind und dies auch im Rahmen der Diskussionsrunde bekräftigten, spricht sich die CSU dagegen aus. „Wenn das Wahlalter herabgesenkt würde, müsste auch über eine Herabsenkung der Strafmündigkeit und Geschäftsfähigkeit nachgedacht werden“, begründete Enghuber den Standpunkt seiner Partei.

Nachdem die Kandidat*innen abschließend im Plenum auch zu kontroversen Themen wie z. B. der Legalisierung von Cannabis Stellung nahmen, mischten sie sich unters Publikum und suchten das direkte Gespräch mit den Jugendlichen. Die Generation Z zeigte sich bei der diesjährigen Kolping-Aktion zum Josefstag im Jugendwohnheim an der Entenbachstraße politisch sehr interessiert und nutzte diese einmalige Gelegenheit zum Dialog mit Vertretern der Landespolitik – ein durchweg gelungenes und interaktives Event, das Demokratie auch für junge Menschen greifbar machte.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Gästen und freuen uns schon auf die Aktion zum Josefstag im nächsten Jahr.

 

Markus Hengler, Referent für Öffentlichkeitsarbeit

16.03.2023
(v.l.) Simone Burger (SPD), Präses Christoph Wittmann, Gülseren Demirel (Grüne), Matthias Enghuber (CSU), Kathrin Raps (Vorstand Kolping-Bildungswerk), Matthias Antonin (Jugendbildungsreferent Kolping DV M. u. F.)